Wenn Rechnungen lange unbezahlt bleiben, liegt das Problem meist bei der Rechnungsfreigabe.
Viele Unternehmen arbeiten hier noch analog - und lassen so wertvolles Optimierungspotential "auf der Straße" liegen.
Die Lösung: Die digitale Rechnungsfreigabe.
Inhaltsverzeichnis:
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Die Rechnungsfreigabe ist ein zentraler Prozess im Rechnungswesen, bei dem geprüft wird, ob eine Rechnung korrekt und berechtigt ist, bevor sie endgültig genehmigt oder bezahlt wird.
Sie stellt sicher, dass nur gültige, rechtlich einwandfreie und mit den entsprechenden Vereinbarungen übereinstimmende Rechnungen verarbeitet werden.
Die Freigabe ist sowohl für eingehende als auch ausgehende Rechnungen relevant.
Definition: Eingehende Rechnungen sind Forderungen, die von Lieferanten oder Dienstleistern an ein Unternehmen gestellt werden.
Ziel: Die Freigabe eingehender Rechnungen schützt ein Unternehmen vor fehlerhaften oder unberechtigten Zahlungen und stellt sicher, dass vertragliche Verpflichtungen korrekt erfüllt wurden.
💡 | Tipp: Hier kann eine Software für Ausgabenmanagement helfen. |
Definition: Ausgehende Rechnungen sind Rechnungen, die ein Unternehmen an seine Kunden stellt, um für gelieferte Waren oder erbrachte Dienstleistungen bezahlt zu werden.
Ziel: Die Freigabe ausgehender Rechnungen stellt sicher, dass der Kunde eine fehlerfreie und nachvollziehbare Rechnung erhält. So können Zahlungsprozesse beschleunigt und spätere Korrekturen vermieden werden.
Die Berechtigung zur Freigabe von Rechnungen hängt von den internen Regelungen eines Unternehmens ab.
Dabei spielen die Hierarchie, die Funktion der Mitarbeiter und der Wert der Rechnung eine zentrale Rolle.
Im Allgemeinen gilt: Nur autorisierte Personen dürfen Rechnungen freigeben, um die finanzielle Sicherheit und rechtliche Konformität des Unternehmens zu gewährleisten.
Mitarbeiter oder Führungskräfte der Abteilungen, die für den jeweiligen Einkauf oder die beauftragte Leistung verantwortlich sind, prüfen die Rechnung zunächst inhaltlich.
Beispiel: Der Projektleiter bestätigt, dass eine Dienstleistung korrekt erbracht wurde.
Warum? Diese Personen haben die beste Kenntnis der vereinbarten Konditionen und können beurteilen, ob alles ordnungsgemäß erfüllt wurde.
Die Buchhaltungsabteilung ist in den meisten Fällen für die finale Prüfung und Freigabe von Rechnungen zuständig. Sie kontrolliert die formalen und steuerrechtlichen Anforderungen, z. B.:
Warum? Die Buchhaltung sorgt dafür, dass die Rechnung den rechtlichen Vorgaben entspricht und korrekt verbucht wird.
Bei höheren Beträgen oder strategisch wichtigen Zahlungen liegt die Freigabe oft bei der Geschäftsführung oder dem Management.
Warum? Entscheidungen mit größerem finanziellen Risiko erfordern eine höhere Autorität.
Unternehmen legen oft Freigabestufen basierend auf den Rechnungsbeträgen fest:
Die Rechnungsfreigabe ist ein unverzichtbarer Prozess in jedem Unternehmen, weil sie sowohl die finanzielle Stabilität als auch die rechtliche Konformität sicherstellt.
Ohne klare und strukturierte Freigabeverfahren könnten Fehler, finanzielle Verluste oder rechtliche Konsequenzen die Folge sein.
Fehlerhafte oder unberechtigte Rechnungen können erhebliche finanzielle Schäden verursachen.
Unternehmen unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben, insbesondere im Bereich Steuerrecht und Buchhaltung.
Die Rechnungsfreigabe dient als Schutzmechanismus gegen Betrug - beispielsweise durch gefälschte Rechnungen oder unberechtigte Forderungen.
Die Rechnungsfreigabe hilft, die finanzielle Kontrolle im Unternehmen zu wahren.
Durch die Rechnungsfreigabe wird sichergestellt, dass alle relevanten Parteien in die Prüfung eingebunden sind.
Die Rechnungsfreigabe hilft, Rechnungen rechtzeitig zu prüfen und Zahlungen pünktlich auszuführen.
Je nach Größe und Organisation eines Unternehmens kann der Ablauf variieren - in der Regel folgt die Rechnungsfreigabe aber einer klaren Abfolge von Schritten.
Zunächst wird die Rechnung im Unternehmen erfasst. Dies kann in Papierform oder digital erfolgen.
Digitale Systeme wie ERP- oder Buchhaltungssoftware helfen dabei, den Prozess der Rechnungsverarbeitung zu automatisieren.
💡 | Unser Lesetipp: 10 Vorteile, warum ein digitaler Rechnungseingang ein Must-have ist |
Die Rechnung wird auf rechtliche und formale Korrektheit überprüft.
Worum geht es?
Im nächsten Schritt wird geprüft, ob die Rechnung den vereinbarten Konditionen entspricht. Dieser Teil der Freigabe wird oft von der zuständigen Fachabteilung durchgeführt.
Je nach Rechnungsbetrag und Bedeutung des Vorgangs gibt es unterschiedliche Verantwortliche:
Die Genehmigung wird in der Regel dokumentiert, entweder schriftlich oder elektronisch, z. B. durch eine digitale Signatur im System.
Nachdem die Rechnung inhaltlich geprüft und genehmigt wurde, übernimmt die Buchhaltung die weitere Verarbeitung.
💡 | Unser Lese-Tipp: Digitale Buchhaltung: Effizient und rechtskonform. |
Erst nach der finalen Prüfung durch die Buchhaltung wird die Zahlung freigegeben. Dabei erfolgt oft eine automatisierte Übertragung der Zahlungsdaten an die Bank.
Die analoge Rechnungsfreigabe ist mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden. Jede Rechnung muss manuell geprüft und häufig physisch von einer Abteilung zur nächsten weitergeleitet werden.
Das ist besonders dann langwierig, wenn verschiedene Standorte oder Abteilungen involviert sind.
Die manuelle Überprüfung von Details wie Rechnungsnummern, Beträgen und Vertragskonditionen erfordert außerdem viel Aufmerksamkeit und Sorgfalt - und nimmt so noch mehr Zeit in Anspruch.
Dieser hohe Zeitaufwand führt dazu, dass Durchlaufzeiten sich verlängern und Zahlungsfristen nicht eingehalten werden können.
Ein weiteres Problem der analogen Freigabe ist die hohe Fehleranfälligkeit.
Bei der manuellen Dateneingabe sind Zahlendreher, falsche Übertragungen oder fehlende Angaben schnell passiert.
Besonders kritisch wird das, wenn diese Fehler erst viel später bemerkt werden und die Rechnung bereits weitergeleitet oder gar bezahlt wurde.
In der oftmals entstandenen Zettelwirtschaft gehen nicht selten auch Rechnungen verloren oder werden erst viel zu spät beglichen.
Diese Fehler führen nicht nur zu finanziellen Risiken, sondern erhöhen auch den Aufwand für Nachkorrekturen.
Die analoge Rechnungsfreigabe ist aufgrund ihrer Abläufe häufig sehr langwierig.
Jede Rechnung muss von einer verantwortlichen Person zur nächsten weitergereicht werden - was nicht selten mehrere Tage in Anspruch nimmt.
Bei Unklarheiten verlängert sich der Prozess dann noch zusätzlich.
Schlimmstenfalls führt diese “Trägheit” dann zu unzufriedenen Lieferanten oder Kunden - und verursacht langfristig Mehrkosten.
Weil die analoge Rechnungsfreigabe an einen Ort gebunden ist, schränkt sie Unternehmen extrem ein - vor allem in Zeiten von Remote Work und Homeoffice.
Werden Rechnungen per Post von einem Standort zum nächsten geschickt, nimmt das nicht nur viel Zeit in Anspruch - es entstehen auch weitere Kosten.
Eine Software für Rechnungsfreigabe ist eine digitale Lösung, die Unternehmen dabei unterstützt, den Freigabeprozess von Rechnungen zu automatisieren, zu vereinfachen und sicherer zu gestalten.
Sie dient als zentrales Tool, um Rechnungen elektronisch zu erfassen, zu prüfen, zu genehmigen und schließlich zur Zahlung freizugeben.
Eine Rechnungsfreigabe-Software kann Rechnungen automatisch erkennen und erfassen, sei es in Form von PDF-Dateien, E-Mails oder gescannten Papierdokumenten.
Durch Technologien wie OCR (Optical Character Recognition) werden die relevanten Daten wie Rechnungsnummer, Betrag und Fälligkeit automatisch ausgelesen und ins System übertragen.
Die Software leitet jede Rechnung an die zuständigen Personen weiter, basierend auf vordefinierten Regeln wie Abteilungszugehörigkeit, Kostenstelle oder Rechnungsbetrag.
Der gesamte Freigabeprozess folgt einem strukturierten Workflow, der sicherstellt, dass keine Rechnung vergessen oder übersehen wird.
Ein zentrales Merkmal solcher Lösungen ist die vollständige Transparenz.
Jede Aktion – sei es eine Prüfung, eine Freigabe oder eine Änderung – wird dokumentiert und ist für autorisierte Personen jederzeit nachvollziehbar.
Die Software erinnert automatisch an bevorstehende Zahlungsfristen, damit Rechnungen rechtzeitig bearbeitet werden.
Dies hilft, Mahngebühren zu vermeiden und Skonti für frühzeitige Zahlungen zu nutzen.
Viele Rechnungsfreigabe-Tools lassen sich nahtlos in bestehende Buchhaltungs- und ERP-Systeme integrieren.
Dadurch können Daten automatisch übernommen und Zahlungen effizient vorbereitet werden.
Der Prozess beginnt mit dem Eingang der Rechnung, beispielsweise als PDF-Anhang in einer E-Mail.
Die Software erkennt die eingehende Rechnung automatisch und erfasst sie im System.
Alternativ können auch andere Eingangskanäle genutzt werden, wie gescannte Papierdokumente oder Uploads über ein Portal.
Was passiert hier?
Die Rechnung wird ins System importiert und digital gespeichert.
Relevante Basisdaten wie Absender, Rechnungsdatum und Rechnungsbetrag werden erfasst.
Nach dem Eingang der Rechnung prüft die Software diese automatisch auf formale und inhaltliche Korrektheit. Dabei werden festgelegte Kriterien überprüft, wie z. B.:
Im nächsten Schritt erfolgt die Vorkontierung der Rechnung.
Die Software ordnet die Rechnung automatisch einer Kostenstelle, einem Projekt oder einer Abteilung zu.
Das geschieht auf Basis vordefinierter Regeln, wie z. B. Rechnungsinhalt, Absender oder vorherige Buchungsmuster.
Warum ist das wichtig?
Die Vorkontierung spart Zeit, da der Buchhaltungsprozess vorbereitet wird.
Sie schafft Transparenz, indem die Rechnung direkt den richtigen Verantwortlichen oder Bereichen zugeordnet wird.
Nach der automatischen Prüfung und Vorkontierung wird die Rechnung zur Freigabe an den zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet.
Dieser erhält eine Benachrichtigung, z. B. per E-Mail oder innerhalb der Software, mit den relevanten Daten.
Was macht der Mitarbeiter?
Nach der Freigabe wird die Rechnung automatisch an die Buchhaltungsabteilung weitergeleitet.
Sie überprüft die Vorkontierung, ergänzt eventuell weitere Angaben und bereitet die Buchung vor.
Im letzten Schritt erfolgt die finale Buchung der Rechnung im Buchhaltungssystem.
Das kann entweder direkt in der Rechnungsfreigabesoftware oder in einem angebundenen ERP-System wie SAP oder DATEV erfolgen.
Durch die Automatisierung vieler manueller Schritte reduziert die Software den Zeitaufwand erheblich.
Prozesse, die früher Tage dauerten, können innerhalb weniger Stunden abgeschlossen werden.
Die automatisierte Erfassung und Prüfung minimiert Eingabefehler und sorgt dafür, dass alle Pflichtangaben auf der Rechnung korrekt sind.
Mitarbeiter können Rechnungen unabhängig von ihrem Standort prüfen und freigeben.
Besonders in Zeiten von Remote Work und verteilten Teams ist das ein großer Vorteil.
Da alle Schritte im Freigabeprozess digital dokumentiert werden, behalten Unternehmen jederzeit den Überblick.
Es bleibt nachvollziehbar, wer welche Rechnung geprüft oder freigegeben hat.
Durch das Vermeiden von Mahngebühren und die Nutzung von Skonti trägt die Software direkt zur Kostensenkung bei.
Du möchtest jetzt auch auf die digitale Rechnungsfreigabe umsteigen - vielleicht sogar auf dem Weg zum papierlosen Büro?
Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung klappt das ganz bestimmt.
Bevor du mit der Umstellung beginnst, solltest du dir einen Überblick über deinen bisherigen Freigabeprozess verschaffen:
Nachdem du deinen Bedarf analysiert hast, kannst du nach einer passenden Rechnungsfreigabe-Software suchen. Achte dabei auf folgende Punkte:
Tipp: Teste die Software in einer kostenlosen Demo-Version, bevor du dich entscheidest.
Parallel zur Auswahl der Software solltest du deinen Rechnungsprozess an die digitale Arbeitsweise anpassen:
Die Umstellung auf digitale Rechnungsfreigabe funktioniert nur, wenn dein Team mitzieht:
Führe die neue Software zunächst in einem kleinen Bereich oder für bestimmte Rechnungsarten ein:
Nach einer erfolgreichen Pilotphase kannst du die Software schrittweise in deinem gesamten Unternehmen einführen:
Auch nach der Einführung ist es wichtig, den neuen digitalen Workflow regelmäßig zu überprüfen:
Noch mehr Tipps dazu findest du in unserem Artikel: Digitale Rechnungsverwaltung einführen und Stolperfallen umgehen.
Mit einer gut geplanten Umstellung auf digitale Rechnungsfreigabe kannst du deinen Arbeitsalltag deutlich erleichtern.
Automatisierte Prozesse sparen dir Zeit, reduzieren Fehler und sorgen für mehr Transparenz.
Wenn du Schritt für Schritt vorgehst und dein Team einbindest, wird der Wechsel nicht nur reibungslos verlaufen, sondern deinem Unternehmen langfristig großen Nutzen bringen.
Nutzt du bereits eine Software für die digitale Rechnungsfreigabe? Schreib uns in die Kommentare!
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